19.04.2016 16:30, Pilsen, Měštanská beseda, Kopeckého sady 13
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ZUHAUSE IST KEIN ORT
Zuhause ist kein Ort zeichnet die Geschichte einer slowakischen Kleinfamilie nach. Diese lebte in den 1960er- und 1970er-Jahren in Pakistan und Kenia, dann in Österreich – doch in den politischen Wirren des Prager Frühlings in der ehemaligen Tschechoslowakei musste sie sich zwischen persönlicher Freiheit und dem Wiedersehen mit den zurückgebliebenen Familienmitgliedern entscheiden. Entlang von erzählten Erinnerungen der eigenen Großeltern sowie Super-8-Fragmenten aus dem Privatarchiv des Großvaters montiert Clara Trischler ein bewegtes und bewegendes Familienalbum: Es offenbart nicht nur eine sehr persönliche Familienchronik, sondern auch den soziokulturellen Zeitgeist der 1960er/70er. Eine liebenswerte Ode an Menschlichkeit und Geschichtsbewusstsein, an das Medium Film als ihre Vermittler und an Trischlers Großeltern.
Regie: Clara Trischler
Zuhause ist kein Ort (DE 2015, 14 Min.)
Slowakisch und Deutsch; englische und tschechische Untertitel
JOSEF - TÄTERPROFIL MEINES VATERS
In Der Zuhälter und seine Trophäen setzte sich Antoinette Zwirchmayr mit der Geschichte ihres Großvaters auseinander – nun widmet sie sich ihrem Vater: Nach einem Bankraub von der Dorfgemeinde geächtet verlässt er als Jugendlicher seine Heimat und kauft in Brasilien eine Edelsteinmine. „When you’re young and you realize you were born into the wrong family, you have to come up with something“ – nicht verurteilend, sondern mit insistierender Neugier gräbt die Filmemacherin nach dem Wesen des Vaters. Das experimentelle Biopic einer ambivalenten Person, das Identität in gefühlvoll kadrierten, fast stilllebenartigen Bildern als von der Umgebung abhängiges, höchst fragiles Konstrukt enthüllt.
Regie: Antoinette Zwirchmayr
Josef - Täterprofil meines Vaters (A 2015, 19 Min.)
Englisch; tschechische Untertitel
UNMENSCH
„Ich bin kein schlechter Mensch, wirklich nicht. Ich kaufe faires Gemüse und hasse H.-C. Strache.“ Während einer Theaterprobe versucht Jasper, seinen Monolog durch den improvisierten Einsatz einer Waffe zu intensivieren – der Regisseur (Markus Schleinzer in Höchstform) unterstellt ihm daraufhin einen Mangel an menschlicher Emotion und Überzeugungskraft. Um das Gegenteil zu beweisen, involvieren Jasper und seine Kollegin Dani einen ahnungslosen Obdachlosen in ein inszeniertes Beziehungsdrama. Die Situation eskaliert. Unmensch verhandelt in narrativer Form die Welt als Bühne, das Oszillieren zwischen Schauspiel und Authentizität, die Kluft zwischen Selbstdarstellung und Fremdwahrnehmung. Hip, intensiv, bis eine/r weint.
Regie: Jasmin Baumgartner
Unmensch (A 2016, 24 min.)
Deutsch; englische und tschechische Untertitel
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